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COURSE

Modul 1: ePortfolios verstehen

Einführung

Dies ist das Einführungsmodul zum Thema ePortfolio. Es wird kein spezifisches Vorwissen dafür benötigt. Das Modul dient als Startpunkt für Interessierte und Institutionen, die ePortfolios erstmals einsetzen, bereits bestehende ePortfolios verbessern oder neue ePortfolios entwickeln möchten.

Ziele des Moduls

  • Beschreiben Sie ein ePortfolio aus NutzerInnen-Perspektive.

  • Identifizieren Sie Gründe, wieso NutzerInnen ePortfolios brauchen.

  • Analysieren Sie ein Szenario, in dem ePortfolios eingesetzt werden könnten, um Bedürfnisse von NutzerInnen abzudecken.

Fragen zum Aufwärmen

  • Was ist ein ePortfolio? Was erwarten Sie von einem ePortfolio?

  • Wieso sollte man ein ePortfolio erstellen? Ist die Entscheidung für ein ePortfolio richtig für Sie/Ihre Institution?

  • Wieso benötigen Sie oder Ihre Insitution ePortfolios? Welche Vorteile erwarten Sie sich von einem ePortfolio?

Der Hintergrund von ePortfolios

Portfolios sind an sich keine neue Erfindung. Bereits vor Jahrzehnten wurden sie im pädagogischen Kontext eingesetzt. Portfolios wurden vor allem dafür eingesetzt, die Arbeit der Lernenden zu präsentieren und formative oder summative Prozesse der Leistungsbeurteilung zu unterstützen. Elektronische Portfolios (ePortfolios) haben die Möglichkeiten von Portfolios in Papierform in einigen Gebieten erweitert. Dies betrifft das Speichern und Archivieren von Inhalten, wie über Lernerfahrungen nachgedacht und reflektiert wird, wie mit anderen zusammengearbeitet wird und wie Inhalte einer breiten Menge zugänglich gemacht werden können.

Generell bieten ePortfolios die Möglichkeit, online einen Raum zu schaffen, um digitale Artefakte (Dokumente, Grafiken, Audio- und Video-Aufnahmen, Feedback, Ideen, etc.) sowie eigene Reflexionen zu verwalten. Diese Artefakte können Aufschluss über Wissen, Kompetenzen, Erfahrungen und Erfolge geben. ePortfolios haben einige Veränderungen im traditionellen Ausbildungssystem ausgelöst und haben auch Impulse außerhalb der formalen Bildung gesetzt, da ePortfolios von großer Relevanz in den Bereichen der beruflichen Weiterbildung, lebensbegleitender Bildung bzw. des lebenslangen Lernens und in der Anerkennung von vorgängig erworbenen Kompetenzen sind.

  • Um Ihr Verständnis zu den Charakteristika von ePortfolios zu vertiefen, sehen Sie sich folgende Videos an:

 

Auch wenn einige Definitionen des Begriffs ePortfolio existieren, beziehen sich diese üblicherweise auf spezifische Vorhaben, Technologien oder Anwendungsmöglichkeiten und geben daher nur unzureichend Auskunft über das ganze Potential von ePortfolios.

Für die Absichten dieses Moduls schlagen wir folgende allgemeine und umfassende Definition vor:

“Die Bezeichnung ePortfolio ist ein Überbegriff für eine strukturierte Sammlung von selbst oder in Zusammenarbeit gestalteten digitalen Artefakten, Anerkennungen und Akkreditierungen, bei welcher der Besitzer der Sammlung die Freiheit hat, die Präsentation der Artefakte nach spezifischen Absichten zu arrangieren bzw. an die Zielgruppe anzupassen.”

 

Es existiert der Konsens, dass Reflexion ein wertvoller Bestandteil eines jeden ePortfolios ist. Man ist sich außerdem einig, dass hinter portfoliobasiertem Lernen komplexe und reichhaltige Prozesse des Planes, Zusammenführens, Teilens, Diskutierens, Reflektierens, Gebens, Nehmens und des Reagierens auf Rückmeldungen stecken.

Das folgende Video von Helen Barrett geht näher darauf ein, wie ePortfolios Reflexion und meta-kognitive Prozesse unterstützen:

Phasen eines ePortfolios

Das Toolkit zum Einsatz von ePortfolio welches von JISC (Joint Information Systems Committee) entwickelt wurde, zeigt eine Grafik, die illustriert wie ein einziges ePortfolio als Speicherort von Artefakten für verschiedene Zwecke dienen kann. Die zugrundeliegende Verbindung zwischen Speicherort und Präsentationsmedium wird durch verschiedene Aktivitäten hergestellt (z.B. schreiben, reflektieren, speichern, planen, andere teilhaben lassen, etc.). Sie bilden spezielle Prozesse heraus, die bei der Entwicklung von ePortfolios eine Rolle spielen (z.B. Nachweise zu erfassen und zu speichern oder zu planen und Ziele zu setzen, etc.).

Obwohl die Entwicklung eines ePortfolios weder ein linearer noch ein sequenzieller Prozess ist, gibt es grundlegende Phasen, die identifiziert werden können. Barrett (2000) stellt dazu eine Reihe von Stufen in der Entwicklung von ePortfolios vor, die Sie nachlesen können.

Funktionen von ePortfolios

Je nach Ziel des ePortfolios kann zwischen verschiedenen ePortfolio-Funktionen unterschieden werden:

  • Präsentations-ePortfolio: Bei einem Präsentations-ePortfolio werden Leistungen, Fähigkeiten und erlangte Kompetenzen über einen gewissen Zeitraum hinweg demonstriert (z.B. Ergebnisse eines Kurses, lebensbegleitende Einträge, etc.) Der/Die BesitzerIn des ePortfolios wählt relevante Arbeiten aus, strukturiert diese und macht sie für verschiedenen Zielgruppen zugänglich (z.B. AusbildnerInnen, MitarbeiterInnen, potentielle ArbeitgeberInnen, etc.). Ein Beispiel für einen Aufbau eines ePortfolios könnte der Lebenslauf sein, welcher durch die Anführung von relevanter Arbeitserfahrung und Artefakten im ePortfolio unterstützt wird.

Online Ressourcen:

  • Entwicklungs-/Reflexions-ePortfolio

    Üblicherweise unterstützt ein Entwicklungs-/Reflexions-ePortfolio den persönlichen Entwicklungsplan (Person Development Plan - PDP), den Karriere-Entwicklungsplan (Carreer Development Plan - CPD) oder das lebenslange Lernen (lifelong learning - LLL) des ePortfolio Besitzers/der ePortfolio BesitzerIn. Diese Art von ePortfolio gibt die Richtung für zukünftige Lernabsichten bzw. professionelle Absichten vor, indem spezifische Ziele gesetzt werden.

Online Ressourcen:

  • Eine Fallstudie über die Nutzung von ePortfolios als reflektiertes Unterrichtsmittel:

  • Beurteilungs-ePortfolio:

    Die Absicht eines Beurteilungs-ePortfolios ist, die Kompetenzen oder die Entwicklung des Wissens des ePortfolios Besitzers/der ePortfolio Besitzerin nach den Vorstellungen einer Bildungsinstitution, einer Organisation oder auch einer Einzelperson (z.B. im Rahmen des Peer-Learnings), zu evaluieren. ePortfolios haben ein großes Potential, formative und integrative Beurteilungsformen zu verbessern und zu fördern.

Online Ressourcen:

Die vorgeschlagenen Aktivitäten werden Sie dabei unterstützen, die funktionelle Konzeptualisierung ihres ePortfolios in Verbindung mit Ihren eigenen Prioritäten herauszuarbeiten und außerdem ein tieferes Verständnis für ePortfolio-Charakteristika zu erlangen, indem Sie ein ausgewähltes ePortfolio untersuchen.

  1. Analysieren und diskutieren Sie verschiedene ePortfolio-Interpretationen. Beginnen Sie zuerst, eine Liste von ePortfolio-Definitionen. durchzugehen. Dann fahren Sie damit fort, eine persönliche Definition oder Beschreibung eines ePortfolios zu erstellen, welches Ihren Bedürfnissen entspricht. Nutzen Sie dafür eine Vorlage, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurde. Laden Sie die Vorlage hier herunter: Meine Definition eines ePortfolios.

  2. Nachdem Sie Ihre persönliche Definition eines ePortfolios erstellt haben, analysieren Sie ein existierendes ePortfolio als Fallbeispiel. Bei dem ePortfolio-Fallbeispiel kann es sich um eine individuelle Initiative oder auch um eine ganzheitliche Anwendung innerhalb einer Institution/Organisation handeln. Um Sie in dieser Aufgabe zu unterstützen, finden Sie hier eine Zusammenstellung von ePortfolio-Fallstudien und -Beispielen: Eine Liste von ePortfolio-Beispielen auf Mahara, Studien zum ePortfolio-Einsatz von JISC.

Nutzen Sie bitte einer der Vorlagen für Ihre Aufgabe:

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Ausarbeitungen mit anderen zu diskutieren:

  • Teilen Sie anderen BenutzerInnen Ihre Definition und Ihre Analyse des ePortfolio-Fallbeispiels mit, indem Sie diese in Ihrem persönlichen Blog posten.
  • Für die optimale Verbreitung Ihrer Ideen nutzen Sie den Hashtag #ePcourse und den Hashtag der Europortfolio Gemeinschaft #europortfolio.

Wahrscheinlich haben Sie nun einige Fragen am Ende dieses ersten Moduls. Möglicherweise können Sie sich diese Fragen im Verlauf der weiteren Module selbst beantworten, oder aber, es stellen sich für Sie Folgefragen. Notieren Sie bitte Ihre Fragen in folgendem Dokument:

Während der nächsten Module sollten Sie eigenständig eine Antwort auf Ihre Fragen finden können. Sie können außerdem Rückmeldungen von anderen KursteilnehmerInnen bekommen, indem Sie das Dokument in Ihrem persönlichen Blog posten.